Das Microsoft System Center Essentials 2007, kurz SCE, ist eine kombinierte Lösung für kleine und mittlere Unternehmen.
SCE bündelt dabei Komponenten aus SUS, SMS und MOM - ist also eine komplette Rundum-glücklich-Lösung für die Überwachung und Verwaltung der kompletten IT-Landschaft.
Wenn es denn funktioniert...
Installation
In unserem Fall haben wir die Installations-DVD vorliegen.
Ja, eine DVD! Allerdings ist da zusätzlich noch Microsoft Forefront Client Security drauf zu finden.
Ok, zur Installation:
- DVD einlegen, starten von setupSCE.exe (der Installations-Wizard ist optisch echt nett)
- ca. 20-30 Minuten einplanen (es wird u.a. SQL Express 2005 installiert)
- mit Entsetzen beobachten wie das Setup kurz vor Schluss ein Rollback durchführt!!
Es wird zwar ein Fehlerprotokoll erzeugt aber das tröstet einem auch nicht mehr.
Zumindest kann man dann nach dem Fehler googeln:
SetPropertiesToManagementServerActionAndSDKAccountCA error:Das Problem tritt auf, wenn der NETBIOS Name der Domäne nicht mit dem FQDN Namen übereinstimmt (z.B. DOMFIRMA und firma.local). Dann versucht das Setup die Domäne FIRMA per Netbios zu erreichen, was natürlich nicht geht.
Microsoft.EnterpriseManagement.Common.UnauthorizedAccessMonitoringException :
The specified domain does not exist or cannot be contacted.'.
Es finden sich etliche Einträge bei Google, die aber alle nicht viel helfen.
Das Einzige was hilft ist ein Hotfix von Microsoft KB937831 !
Der Hotfix ist nicht direkt verfügbar sondern muß angefragt werden, es wird aber nichts berechnet für den Support.
Nach ein paar Stunden erhielt ich dann auch eine Email mit dem Download Link.
Der Hotfix (SCE07-RTM-KB937831-X86-AMD64-ENU.msi) wird auf dem Server einfach ausgeführt und anschliessend läuft das normale Setup per Wizard auch bis zum Ende durch.
Man kann auch vorher schon SQL Express 2005 Advanced installieren, dabei muß man aber den Haken "erweiterte Optionen ausblenden" wegnehmen, da man sonst nicht den ReportingServer installieren kann.
Den sollte man auch fertig konfigurieren lassen, da sonst Probleme mit der Initialisierung der verschlüsselten Daten enstehen.
Während der Installation von SCE kann man dann die fertige Instanz wählen.
Remote Konsole
Das Setup bietet auch an eine Remote-Konsole auf einem Admininistrot-Client zu installieren.
Es gibt hier nur zwei Sachen zu beachten:
Installation erst nachdem :
- die Konfiguration auf dem Server abgeschlossen wurde
- der Agent auf dem Client installiert wurde
Nach der Konfiguration auf dem Server werden zwei Zertifikate für die Übertragung per SSL erstellt, die bei dem Client vorher installiert werden müssen (Wird in der Hilfedatei erläutert).
IIS, Performanz, Clients
Es empfiehlt sich einen Server zu nehmen der KEINE anderen Aufgaben hat. Oder zumindest wenig Ressourcen-verbrauchende. Und möglichst KEINE Standardwebseite bisher hat.
Es geht zwar mit schon vorhandenen Webseiten, aber man hat dann evtl. einige Probleme.
So wird vom Update Service hart kodiert in der Webseite mit der ID 1 einige Dienste installiert, dann einige in der Standardseite (ohne IP-Adressen Zuordnung) und es wird noch eine dritte Webseite erstellt mit den Ports 8530 bzw. 8531 für SSL für die Verwaltung.
Bei uns fehlte die Webseite mit der ID 1 z.B.
Als Lösung habe ich eine neue Webseite erstellt, die Konfiguration in eine XML Datei exportiert, die Seite wieder gelöscht und in der XML Datei die ID auf 1 gesetzt. Anschliessend habe ich dann diese Seite wieder aus der XML Datei eingefügt.
In der Gruppenrichtlinie die SCE erstellt für Windows Update wird der Pfad zur HTTPS Seite eingetragen. Dies funktioniert aber leider nicht immer.
Also habe ich die Webseite ebenfalls exportiert und dann in der Standardwebseite die virtuellen Verzeichnisse wieder aus der Datei importiert und in der Gruppenrichtlinie den Pfad auf diese Webseite gesetzt (ohne HTTPS). Dann funktierte auch auf den Clients Windows Update und der SCE meldete nicht mehr den Fehler SelfUpdate nicht verfügbar.
Das ganze System auf dem Server ist schon recht leistungshungrig.
Unter 1 GB Hauptspeicher sollte man gar nicht anfangen und eine CPU mit mindestens 2GHz ist auch mehr als zu empfehlen.
Desweiteren macht es sich besser wenn man getrennte Festplatten für
- Auslagerungsdatei
- System
- WSUS Dateien
- SQL Daten
hat.
Fazit
Alles in allem ist SCE schon ein umfangreiches Tool mit dem man sehr viel machen kann.
Das man vor der Installation allerdings schon ein Hotfix braucht ist eine Zumutung.
Und das man eigentlich einen zusätzlichen Server benötigt damit SCE auch performant läuft ist gerade für die Zielgruppe (kleinere und mittlere Unternehmen) meistens nicht machbar.

